Kanzlerin Merkel nutzt die eher zurückhaltende Performance der tschechischen Ratspräsidentschaft und hat heute die Spitzen der EU zum Vorbereitungsgipfel für das G20-Treffen (2. April, London) nach Berlin geladen. In London wollen die Staatschefs die "totale Kontrolle der Finanzmärkte" durchsetzen. Nächste Woche wollen Merkel, Sarkozy, Brown und Co in Brüssel die EU-27 von ihrer Idee überzeugen.
Man muss kein Schwarzseher sein, um sofort zu überlegen, wo denn der Kuhhandel versteckt sein wird, sollte diese - an sich ohnehin dringend notwendige - Maßnahme kommen. Und ein Gedanke liegt nahe, die "Bad Bank". Es wäre keine Überraschung, würde die Politik mit den großen Finanzinsitutionen eine weitergehende Kontrolle gegen die Übernahme der faulen Kredite durch den Staat (bzw. multinationale staatliche Insitutionen), also durch die Steuerzahler abtauschen. Nahezu im Stundentakt werden dazu von Finanzlobbyisten Konzepte vorgelegt und Forderungen aufgestellt. Wer aktuell in Google-News den Begriff "Bad Bank" eingibt, hat zu tun, bis er all die Interviews, Konzeptpräsentationen und Kommentare zu dem Thema gesichtet hat.
Es ginge auch anders. Kurt Bayer, Executivdirektor der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung plädiert in seinem Kommentar im Falter 8/09 für eine "Good Bank" und beruft sich dabei auf eine Reihe namhafter Ökonomen, die das selbe wollen. Statt der schlechten, solle der Staat die "guten" Vermögenswerte von den in die Krise geratenen Banken abkaufen. Die Banken würden dabei ihre Banklizenz verlieren und hätten als einzige Aufgabe nur noch die Abwicklung der schlechten Werte. Vorteil: niedrigere Kosten und eine raschere Wiederaufnahme des Kreditgeschäftes. Denn anders als bezweckt, seien bisherige Hilfpakete von den Banken nicht für neues Kreditgeschäft genutzt worden, sondern dafür, die eigenen Bilanzen aufzubessern. Der Staat dagegen könne rasch die Wiederaufnahme eines funktionierenden Kreditmarktes sicher stellen und dann die "gute Bank" nach Bewältigung der Krise wieder privatisieren.
Freilich, die Vorgangsweise "Good Bank" sei "ein Systembruch", meint Bayer. Denn die Folgen der Krise, des "exzessiven Verhaltens der Manager" würde nicht auf die Steuerzahler abgewälzt, sondern auf die Eigentümer der alten Banken. Die werden sich natürlich wehren.
Trotz des heute in Berlin zur Schau gestellten Selbstbewusstseins ist daher damit zu rechnen, dass die "Good Bank" Theorie bleibt, die Steuerzahler aber für eine "Bad Bank" erneut zur Kasse gebeten werden.
Sonntag, Februar 22, 2009
Solarenergie - aber richtig
Schön langsam kommt auch bei traditionellen Energieunternehmen etwas Schwung in das Thema Solarenergie und E-Mobilität. Ob sie es ganz verstanden haben, ist aber noch nicht sicher. Dazu hab ich am ÖkoEnergie-Blog einen Beitrag verfasst.
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Freitag, Februar 06, 2009
Von 0 auf 100 in 4 Sekunden - ohne Abgase
Am Montag, den 16.2. kann man in Wien das schnellste Elektroauto der Welt begutachten. Treffpunkt ist um 14.45h beim SAS Palais Hotel. Als Testfahrer hat Ökonews, Österreichs größte Onlinezeitung für erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit, die den Event organisiert, Umweltminister Berlakovich verpflichtet.
Der Tesla Roadster beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden und hat dabei eine Reichweite von immerhin schon 400 km.
Aus dem bekannten Autoland Schweiz ;-) kommt ein anderes spannendes Gefährt, der Mindset, der ab 2010 regulär im Handel erhältlich sein soll. Mitte Jänner hatte das Coupée Berlin-Premiere. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h liegt die Reichweite derzeit bei 100 bis 200 km, je nach Fahrstil. Akku-Ladezeit 3 Stunden, möglich bei jeder Steckdose. Erhältlich soll der Mindset auch als Hybridfahrzeug sein, dann steigt die Reichweite auf 800 km bei einem CO2-Ausstoß von 79 g/km.
Noch nicht ganz so beeindruckend sind die Werte des Piaggio Elektro Porter, des Kleinlieferwagens von Piaggo, dessen Vorläufer immerhin schon seit 1995 am Markt waren, der aber bei 75 km Reichweite und 8 Stunden Ladezeit (bei externem Ladegerät 2 Stunden) derzeit wohl nur für den unmittelbaren Nahverkehr einsetzbar ist. Aber auch hier ist bald mit signifikaten Verbesserungen zu rechnen.
Was jetzt noch fehlt ist ein dichtes Netz von Stromtankstellen. Das wäre ja leicht umzusetzen. Dazu müssten nur die verschlafenen Retropolitiker Österreichs mal aufwachen und die richtigen Weichen stellen (statt Geld für Verschrottungsprämien auszugeben). Aber das hat Christoph Chorherr ja bereits letztes Jahr in seinem Blog gefordert.
Der Tesla Roadster beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden und hat dabei eine Reichweite von immerhin schon 400 km.
Aus dem bekannten Autoland Schweiz ;-) kommt ein anderes spannendes Gefährt, der Mindset, der ab 2010 regulär im Handel erhältlich sein soll. Mitte Jänner hatte das Coupée Berlin-Premiere. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h liegt die Reichweite derzeit bei 100 bis 200 km, je nach Fahrstil. Akku-Ladezeit 3 Stunden, möglich bei jeder Steckdose. Erhältlich soll der Mindset auch als Hybridfahrzeug sein, dann steigt die Reichweite auf 800 km bei einem CO2-Ausstoß von 79 g/km.
Noch nicht ganz so beeindruckend sind die Werte des Piaggio Elektro Porter, des Kleinlieferwagens von Piaggo, dessen Vorläufer immerhin schon seit 1995 am Markt waren, der aber bei 75 km Reichweite und 8 Stunden Ladezeit (bei externem Ladegerät 2 Stunden) derzeit wohl nur für den unmittelbaren Nahverkehr einsetzbar ist. Aber auch hier ist bald mit signifikaten Verbesserungen zu rechnen.
Was jetzt noch fehlt ist ein dichtes Netz von Stromtankstellen. Das wäre ja leicht umzusetzen. Dazu müssten nur die verschlafenen Retropolitiker Österreichs mal aufwachen und die richtigen Weichen stellen (statt Geld für Verschrottungsprämien auszugeben). Aber das hat Christoph Chorherr ja bereits letztes Jahr in seinem Blog gefordert.
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Donnerstag, Februar 05, 2009
ÖGB für Pfusch?
Der ÖGB sucht via Wettbewerb eine gute Idee für einen 30 Sekunden Werbespot, „Stichworte reichen aus“ meint man in den Ausschreibungsunterlagen. Seitens des CCA kam prompt die Reaktion in Form eines offenen Briefes. Ein schlechter Scherz sei diese Angelegenheit, so CCA-Präsident Eduard Böhler. Völlig zu Recht merkt Böhler an, dass „Unternehmenskommunikation eine wichtige, strategisch anzulegende Aufgabe ist, die in die Hände von Profis gehört.“ Der ÖGB verteidigt sich, indem er drauf verweist, dass „mit der Umsetzung selbstverständlich Profis beauftragt“ werden.
Abgesehen davon, dass man nicht weiß, welche Profis welcher Profession (Filmproduzenten, Kameraleute, Werbeberater?) hier „mit der Umsetzung beauftragt“ werden und in welchem Bereich ihre Aufgaben liegen – der ÖGB macht mit diesem Wettbewerb auch in eigenem Interesse einen Fehler. Man lässt eine Vielzahl (?) von Menschen an Ideen arbeiten, wobei von vornherein klar ist, dass alle bis auf eine/n die Arbeit umsonst gemacht haben werden. Der oder die „glückliche“ Sieger/in soll dann mit einem Preis von 1000,- Euro abgespeist werden.
Werbung funktioniert aber anders. Mit einer isolierten Idee aus dem Nichts – die Ausschreibung des Wettbewerbes ist meilenweit von einem ordentlichen Werbebriefing entfernt – ist noch gar nichts gewonnen. Eine gute Idee jedoch in ein gutes Konzept eingebettet und professionell umgesetzt bringt ein Unternehmen oder eine Organisation nach vorn. Doch die ist dann auch wesentlich mehr wert, als die vom ÖGB gestifteten 1000,- Euro.
Für gute Kommunikation braucht es aber eine völlig andere Vorgangsweise als die vom ÖGB gewählte. Statt auf billige Zufallstreffer zu hoffen (und alle anderen damit ohnehin zu enttäuschen), sollte man besser genauer überlegen, was man eigentlich wem mit welchem Ziel kommunizieren will – und dann auf professionelle Art einen geeigneten Partner zur Umsetzung suchen. Der Fachverband Werbung und Marktkommunikation kann hier dem ÖGB gerne beratend zur Seite stehen.
Selbstverständlich ist es eine legitime und oft geübte Praxis, im Rahmen einer Kampagne bzw. langfristig geplanter Kommunikationsmaßnahmen auch Kreativitätswettbewerb durchzuführen. Der „unverbrauchte Blick“ von kreativen Dilettanten (im besten Wortsinn) kann erfrischend sein und wird gerade in Zeiten von Web 2.0 wohl von niemandem ernsthaft in Abrede gestellt werden können. Man sollte aber nicht – wie vom ÖGB in der Ausschreibung geschehen – dabei ein fertiges Werk („Storyboard, Drehbuch“) für einen in Relation dazu lächerlichen Preis ausloben und zugleich zusagen, dass das Siegerwerk dann auch verfilmt wird. Die in den Teilnahmebedingungen geforderte pauschale Abtretung (ohne dass der Verwendungszweck definiert ist) aller Rechte ist ein Verstoß gegen die guten Sitten und urheberrechtlich zudem nicht haltbar sowie lauterkeitsrechtlich problematisch. Gerade eine Interessensvertretung wie der ÖGB sollte hier mehr juridisches Feingefühl an den Tag legen.
Seitens des Fachverbandes kann jedenfalls von einer Teilnahme an diesem Wettbewerb nur abgeraten werden. Wer trotzdem dem ÖGB seine Ideen senden möchte, sollte zumindest die pauschale Rechteabtretung definitiv ausschließen und den betreffenden Passus durchstreichen.
Der Vorwurf „Pfusch“ mag vielleicht ein wenig zu weit gefasst sein. Doch was der ÖGB mit diesem Wettbewerb im Schilde führt, ist nichts anderes als billiger Ideenklau.
Abgesehen davon, dass man nicht weiß, welche Profis welcher Profession (Filmproduzenten, Kameraleute, Werbeberater?) hier „mit der Umsetzung beauftragt“ werden und in welchem Bereich ihre Aufgaben liegen – der ÖGB macht mit diesem Wettbewerb auch in eigenem Interesse einen Fehler. Man lässt eine Vielzahl (?) von Menschen an Ideen arbeiten, wobei von vornherein klar ist, dass alle bis auf eine/n die Arbeit umsonst gemacht haben werden. Der oder die „glückliche“ Sieger/in soll dann mit einem Preis von 1000,- Euro abgespeist werden.
Werbung funktioniert aber anders. Mit einer isolierten Idee aus dem Nichts – die Ausschreibung des Wettbewerbes ist meilenweit von einem ordentlichen Werbebriefing entfernt – ist noch gar nichts gewonnen. Eine gute Idee jedoch in ein gutes Konzept eingebettet und professionell umgesetzt bringt ein Unternehmen oder eine Organisation nach vorn. Doch die ist dann auch wesentlich mehr wert, als die vom ÖGB gestifteten 1000,- Euro.
Für gute Kommunikation braucht es aber eine völlig andere Vorgangsweise als die vom ÖGB gewählte. Statt auf billige Zufallstreffer zu hoffen (und alle anderen damit ohnehin zu enttäuschen), sollte man besser genauer überlegen, was man eigentlich wem mit welchem Ziel kommunizieren will – und dann auf professionelle Art einen geeigneten Partner zur Umsetzung suchen. Der Fachverband Werbung und Marktkommunikation kann hier dem ÖGB gerne beratend zur Seite stehen.
Selbstverständlich ist es eine legitime und oft geübte Praxis, im Rahmen einer Kampagne bzw. langfristig geplanter Kommunikationsmaßnahmen auch Kreativitätswettbewerb durchzuführen. Der „unverbrauchte Blick“ von kreativen Dilettanten (im besten Wortsinn) kann erfrischend sein und wird gerade in Zeiten von Web 2.0 wohl von niemandem ernsthaft in Abrede gestellt werden können. Man sollte aber nicht – wie vom ÖGB in der Ausschreibung geschehen – dabei ein fertiges Werk („Storyboard, Drehbuch“) für einen in Relation dazu lächerlichen Preis ausloben und zugleich zusagen, dass das Siegerwerk dann auch verfilmt wird. Die in den Teilnahmebedingungen geforderte pauschale Abtretung (ohne dass der Verwendungszweck definiert ist) aller Rechte ist ein Verstoß gegen die guten Sitten und urheberrechtlich zudem nicht haltbar sowie lauterkeitsrechtlich problematisch. Gerade eine Interessensvertretung wie der ÖGB sollte hier mehr juridisches Feingefühl an den Tag legen.
Seitens des Fachverbandes kann jedenfalls von einer Teilnahme an diesem Wettbewerb nur abgeraten werden. Wer trotzdem dem ÖGB seine Ideen senden möchte, sollte zumindest die pauschale Rechteabtretung definitiv ausschließen und den betreffenden Passus durchstreichen.
Der Vorwurf „Pfusch“ mag vielleicht ein wenig zu weit gefasst sein. Doch was der ÖGB mit diesem Wettbewerb im Schilde führt, ist nichts anderes als billiger Ideenklau.
Montag, Februar 02, 2009
Chart Music
Johannes Kreidler, in Berlin lebender Komponist, hat Aktienkrise und andere aktuelle, quantitativ messbare politische Themen, in Musik umgesetzt. Beeindruckend. Mit ein paar Takten Musik bringt schafft er eine nachdrücklichere Wirkung als manch anderer Kommentator mit langen Analysen.
PS: Danke an rupprECHT für den Tipp.
PS: Danke an rupprECHT für den Tipp.
Sonntag, Februar 01, 2009
Europa wählen
Michi Sburny, Geschäftsführerin der Grünen, fordert Johannes Voggenhuber und seine Unterstützer auf, das Ergebnis der Listenerstellung für die Wahlen zum Europaparlament zu respektieren. Ich selbst konnte mir in pareiinternen Diskussionen schon anhören, ich wäre (mit) schuld an der "Unruhe", weil ich öffentlich (und sei es auch nur in bescheidenem Rahmen) Kritik an der Entscheidung des EBV äußerte.
Nun, dann lege ich eben noch eines drauf.
Vorab, damit keine Mißverständnisse aufkommen: natürlich ist das Ergebnis zu respektieren, die Liste steht. Selbstverständlich war die Entscheidung - sowohl im Bundeskongress als auch im erweiterten Bundesvorstand - demokratisch. Trotzdem war sie nicht richtig. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Wer nun "Unruhe" diagnostiziert, muss sich schon auch bewußt sein, dass die von jenen zu verantworten ist, die die Entscheidung getroffen haben und nicht von deren KritikerInnen. Zumal es absehbar war, dass die Entscheidung, Voggenhuber nicht auf die Liste zu nehmen, heftige Kritik auslösen würde.
Letztlich hat der EBV auch der Spitzenkandidatin großen Schaden zugefügt. Statt Schwung aus internem Wettbewerb für einen erfolgreichen Wahlkampf zu nutzen, hat man sich entschieden einen unbequemen Mitbewerber auszuschalten. Ein Bärendienst für Ulrike Lunacek. Eine Spitzenkandidatin, der für den Wahlkampf der gesamte Parteiapparat und alles Wahlkampfbudget zur Verfügung steht, die aber trotzdem vor einem Vorzugsstimmenwahlkampf eines Einzelnen bewahrt werden muss, der diese Budgetmittel und diese organisatorische Unterstützung nicht hat, das bedeutet implizit auch: Man hat eine Person an die Spitze gewählt, der es an Überzeugungskraft fehlt.
Wenn man argumentiert, es gäbe keine Vertrauensbasis zu einem Politiker, der diese Partei mit gegründet hat, Jahrzehnte in exponierten Positionen für diese Partei gearbeitet hat und in all dieser Zeit vor allem eines NICHT geändert hat: seinen widerborstigen Charakter und seine Lust, auch die eigene Partei zu kritisieren, dann sagt man damit unwillkürlich auch sehr viel darüber, wie man sich selbst geändert hat. Nämlich hin zu einer geringeren Toleranzbereitschaft und zu einer engeren Definition dessen, was man bereit ist als "grün" zu akzeptieren. Nur: mit so einer Strategie spricht man naturgemäß auch weniger WählerInnen an.
Und wenn man glaubt, jetzt mit Appellen zur Einheit und "Schluss der Diskussion" darauf spekulieren zu können, dass "die Menschen draußen" diese Diskussion in zwei Wochen wieder vergessen haben werden, hat man nicht erkannt, dass dieser Konflikt nur ein Symptom für wesentlich tiefer gehende Probleme ist.
Günter Strobl spricht in seinem Blog zwei dieser Probleme an: Mangelnde Vernetzheit (ich würde sagen: Überbewertung der Innensicht und mangelnde Kommunikation mit Nicht-ParteifunktionärInnen) sowie Mängel im strategischen Denken. Dem würde ich noch eine dritte parteiintern vorherrschende Fehleinschätzung hinzufügen: die über die wahlentscheidende Wirkung von (grünen) Themen. Was offenbar nicht erkannt wurde und wird, ist dass Politik (auch) in sehr hohem Maße Emotion ist. Themen sind selbstverständlich wichtig und sie müssen authentisch vertreten werden. Keine Frage. Doch genauso wichtig wie grüne Positionen sind die Menschen, die Wählerinnen und Wähler. Sie ernst zu nehmen und nicht dies nicht nur durch mehr oder minder theoretische Positionen auszudrücken sondern auch durch offene Kommunikation, ist essenziell. Besonders im direkten Kontakt aber auch im Umgang untereinander auf der politischen Bühne. Im Konflikt rund um Johannes Voggenhuber hat alles mögliche eine Rolle gespielt und wurden viele Argumente ins Treffen geführt; alle jedoch abgeleitet aus der partei- und gremialinternen Gruppendynamik. Frage: was sollen sich unsere WählerInnen dabei denken? (Anm.: Auch inhaltliche Positionen spielten in Wahrheit keine Rolle, insofern ist meine Argumentation hier nicht ganz schlüssig bzw. der "Fall" Voggenhuber allein nicht ausreichend typisch.)
Wie soll es nun also weiter gehen?
Hinsichtlich seiner Wahlentscheidung sollte man sich nicht von den persönlichen Beziehungskisten anstecken lassen. Es geht um eine Wahl für das Europaparlament, nicht um eine Abrechnung oder Sympathiebekundung mit oder für einzelne grüne PolitikerInnen. Ulrike Lunacek und Eva Lichtenberger haben nun einige Monate Zeit, ihre Vorhaben und Positionen zu Europa klar zu machen. Aus Trotz seine Stimme zu verweigern oder einer anderen Partei zu geben, kann sich rächen wenn es dann - die Mehrheitsverhältnisse im EU-Parlament könnten knapp werden - darum geht, ob sich das EP für oder gegen Atomenergie ausspricht, positiv oder negativ zur Erweiterung stellt oder - das war ja Johannes Voggenhubers Hauptthema - die EU insgesamt demokratischer wird oder nicht. Lunacek und Lichtenberger müssen sich bemühen, die Wählerinnen Johannes Voggenhubers mit Herz und Hirn für sich einzunehmen und zu überzeugen. Um das Wahlergebnis von 2004 zu erreichen, werden sie viel Einsatz und Geschick brauchen.
Die Grüne Partei als Ganzes sollte aber nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern sich ernsthaft fragen, welche strukturellen und personellen Konzepte sie in der Zukunft noch erfolgreich machen können.
Nun, dann lege ich eben noch eines drauf.
Vorab, damit keine Mißverständnisse aufkommen: natürlich ist das Ergebnis zu respektieren, die Liste steht. Selbstverständlich war die Entscheidung - sowohl im Bundeskongress als auch im erweiterten Bundesvorstand - demokratisch. Trotzdem war sie nicht richtig. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Wer nun "Unruhe" diagnostiziert, muss sich schon auch bewußt sein, dass die von jenen zu verantworten ist, die die Entscheidung getroffen haben und nicht von deren KritikerInnen. Zumal es absehbar war, dass die Entscheidung, Voggenhuber nicht auf die Liste zu nehmen, heftige Kritik auslösen würde.
Letztlich hat der EBV auch der Spitzenkandidatin großen Schaden zugefügt. Statt Schwung aus internem Wettbewerb für einen erfolgreichen Wahlkampf zu nutzen, hat man sich entschieden einen unbequemen Mitbewerber auszuschalten. Ein Bärendienst für Ulrike Lunacek. Eine Spitzenkandidatin, der für den Wahlkampf der gesamte Parteiapparat und alles Wahlkampfbudget zur Verfügung steht, die aber trotzdem vor einem Vorzugsstimmenwahlkampf eines Einzelnen bewahrt werden muss, der diese Budgetmittel und diese organisatorische Unterstützung nicht hat, das bedeutet implizit auch: Man hat eine Person an die Spitze gewählt, der es an Überzeugungskraft fehlt.
Wenn man argumentiert, es gäbe keine Vertrauensbasis zu einem Politiker, der diese Partei mit gegründet hat, Jahrzehnte in exponierten Positionen für diese Partei gearbeitet hat und in all dieser Zeit vor allem eines NICHT geändert hat: seinen widerborstigen Charakter und seine Lust, auch die eigene Partei zu kritisieren, dann sagt man damit unwillkürlich auch sehr viel darüber, wie man sich selbst geändert hat. Nämlich hin zu einer geringeren Toleranzbereitschaft und zu einer engeren Definition dessen, was man bereit ist als "grün" zu akzeptieren. Nur: mit so einer Strategie spricht man naturgemäß auch weniger WählerInnen an.
Und wenn man glaubt, jetzt mit Appellen zur Einheit und "Schluss der Diskussion" darauf spekulieren zu können, dass "die Menschen draußen" diese Diskussion in zwei Wochen wieder vergessen haben werden, hat man nicht erkannt, dass dieser Konflikt nur ein Symptom für wesentlich tiefer gehende Probleme ist.
Günter Strobl spricht in seinem Blog zwei dieser Probleme an: Mangelnde Vernetzheit (ich würde sagen: Überbewertung der Innensicht und mangelnde Kommunikation mit Nicht-ParteifunktionärInnen) sowie Mängel im strategischen Denken. Dem würde ich noch eine dritte parteiintern vorherrschende Fehleinschätzung hinzufügen: die über die wahlentscheidende Wirkung von (grünen) Themen. Was offenbar nicht erkannt wurde und wird, ist dass Politik (auch) in sehr hohem Maße Emotion ist. Themen sind selbstverständlich wichtig und sie müssen authentisch vertreten werden. Keine Frage. Doch genauso wichtig wie grüne Positionen sind die Menschen, die Wählerinnen und Wähler. Sie ernst zu nehmen und nicht dies nicht nur durch mehr oder minder theoretische Positionen auszudrücken sondern auch durch offene Kommunikation, ist essenziell. Besonders im direkten Kontakt aber auch im Umgang untereinander auf der politischen Bühne. Im Konflikt rund um Johannes Voggenhuber hat alles mögliche eine Rolle gespielt und wurden viele Argumente ins Treffen geführt; alle jedoch abgeleitet aus der partei- und gremialinternen Gruppendynamik. Frage: was sollen sich unsere WählerInnen dabei denken? (Anm.: Auch inhaltliche Positionen spielten in Wahrheit keine Rolle, insofern ist meine Argumentation hier nicht ganz schlüssig bzw. der "Fall" Voggenhuber allein nicht ausreichend typisch.)
Wie soll es nun also weiter gehen?
Hinsichtlich seiner Wahlentscheidung sollte man sich nicht von den persönlichen Beziehungskisten anstecken lassen. Es geht um eine Wahl für das Europaparlament, nicht um eine Abrechnung oder Sympathiebekundung mit oder für einzelne grüne PolitikerInnen. Ulrike Lunacek und Eva Lichtenberger haben nun einige Monate Zeit, ihre Vorhaben und Positionen zu Europa klar zu machen. Aus Trotz seine Stimme zu verweigern oder einer anderen Partei zu geben, kann sich rächen wenn es dann - die Mehrheitsverhältnisse im EU-Parlament könnten knapp werden - darum geht, ob sich das EP für oder gegen Atomenergie ausspricht, positiv oder negativ zur Erweiterung stellt oder - das war ja Johannes Voggenhubers Hauptthema - die EU insgesamt demokratischer wird oder nicht. Lunacek und Lichtenberger müssen sich bemühen, die Wählerinnen Johannes Voggenhubers mit Herz und Hirn für sich einzunehmen und zu überzeugen. Um das Wahlergebnis von 2004 zu erreichen, werden sie viel Einsatz und Geschick brauchen.
Die Grüne Partei als Ganzes sollte aber nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern sich ernsthaft fragen, welche strukturellen und personellen Konzepte sie in der Zukunft noch erfolgreich machen können.
Samstag, Jänner 31, 2009
Fehlentscheidung
Eine völlig unverständliche Fehlentscheidung haben die Grünen gestern getroffen, indem sie Johannes Voggenhuber nicht auf die Liste zur Europawahl nahmen. War noch einigermaßen verständlich, dass er sich nicht im Rennen um den ersten Listenplatz durchgesetzt hat - innerparteilich schwierig wie er ist - hat die gestrige Entscheidung, ihm überhaupt keinen Listenplatz anzubieten, mit politischem Verstand nichts mehr zu tun. Und schlimmer noch: damit sind die Grünen auf dem direkten Weg ins die poltische Bedeutungslosigkeit. Wenn es nicht gelingt, eine Persönlichkeit wie Johannes Voggenhuber einzubinden, wie soll es dann um die Politikfähigkeit gegenüber dem politischen Mitbewerb aussehen? Politik nur mit Menschen, mit denen man harmonisch in voller Eintracht agieren kann? Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein.
Es hat - auch von mir - genügend Stimmen gegeben, die vor dieser EBV-Sitzung für eine vernünftige Entscheidung appelliert haben. Aber der EBV (Erweiterte Bundesvorstand) hat diese Stimmen alle ignoriert.
Ehrlich: ich bin sehr sauer auf diese, meine Partei.
Es hat - auch von mir - genügend Stimmen gegeben, die vor dieser EBV-Sitzung für eine vernünftige Entscheidung appelliert haben. Aber der EBV (Erweiterte Bundesvorstand) hat diese Stimmen alle ignoriert.
Ehrlich: ich bin sehr sauer auf diese, meine Partei.
Dienstag, Jänner 27, 2009
Globale Finanzausrede
Nach mehreren Wochen Blogger-Pause hat mir die ZiB soeben den Anlass geliefert, endlich wieder mal auch hier aktiv zu werden. Die Krise erfordere – so sinngemäß Kanzler und Vizekanzler – nun auch ein Eingreifen in den Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas. Österreichs Banken seien ja der größte Kreditgeber in diesen Ländern und bei vielen Krediten könne man nun nicht sicher sein, dass die Gelder zurückgezahlt werden könnten. Es geht um 230 Milliarden Euro, 70 % des österreichischen BIP. Schon morgen wolle man darüber mit Kanzlerin Merkel verhandeln.
Nun also doch. Nachdem man ja erst offiziell gemeint hatte, Österreichs Banken seien gar nicht so sehr betroffen, weil nicht in dem Maß in riskanten Derivatmärkten engagiert, hatte man dann doch – quasi vorbeugend – ein 100-Milliarden-Paket geschnürt. Und nun reicht das offenbar auch nicht mehr. Jetzt muss noch mehr geholfen werden.
Überhaupt ist derzeit Aktionismus angesagt in der Regierung. Kein Tag vergeht, ohne dass irgendeine Maßnahme angekündigt wird. Plan scheint dabei keiner vorhanden zu sein. Die Verschrottungsprämie für Altautos hilft am allerwenigsten der österreichischen Wirtschaft, päppelt aber das Gemüt von Herrenfahrern auf. Und nun soll also österreichisches Steuergeld für den osteuropäischen „Kreditschock“ verwendet werden.
Kein Wort allerdings auch diesmal von irgendwelchen Konsequenzen im bzw. mit System. Ein kurzer Vergleich: Auch Obama hilft „seinen“ US-Banken, kündigt aber zugleich wesentlich strengere Regeln für die Finanzbranche an.
Es ist, als würde diese globale Finanz- und Wirtschaftskrise wie in Zeitlupe an uns vorüberziehen. Keiner redet gern darüber, doch hinter der Hand sagt jeder die nächsten Schritte voraus. Z.B.: Wie lange wird es wohl noch dauern, bis wir den Kreditkartenunternehmen helfen müssen?
Ulrich Krystek, Professor an der FH Worms, befasst sich seit Jahrzehnten mit der Genese und dem Ablauf von Krisen und den Möglichkeiten, ihnen zu begegnen. Vereinfacht dargestellt, teilt er sie in diese vier Phasen:
1. Die potentielle Krise oder den Normalzustand. Hier sollten mögliche Krisenherde identifiziert und langfristige Strategien danach ausgerichtet werden.
2. Die Frühphase, in der erste Auswirkungen sichtbar werden. Geeignete Strategien können den Ausbruch der totalen Krise noch verhindern. In dieser Phase stehen noch viele Handlungsalternativen offen, der Entscheidungsdruck ist noch gering.
3. Die akute Phase, in der bereits die zerstörerische Wirkung der Krise sichtbar wird. Zeit- und Entscheidungsdruck nehmen zu, Handlungsspielräume werden enger. Trotzdem kann noch immer gegengesteuert und die Krise bewältigt werden.
4. In der Finalphase gerät das Geschehen außer Kontrolle, der Zeitdruck wird immer größer, getroffene Maßnahmen verpuffen, die Krise ist kaum noch zu steuern und die Ziele geraten außer Reichweite.
Gemessen an den spürbaren Auswirkungen in der Realität, befinden wir uns an sich nach dieser Kategorisierung in Phase 2. (All jene, die große Verluste an der Börse hinnehmen mussten, mehr noch aber jene, die bereits von Kurzarbeit betroffen sind oder gar ihren Job verloren haben, mögen mir diese Einschätzung verzeihen.) Doch ohne eine klare Perspektive – und die ist in der Regierungspolitik nicht erkennbar – wird es bald enger werden. Dabei wäre die Finanzkrise – würde sie nicht nur als Ausrede für blinden Aktionismus und Klientelpolitik genutzt – ein Anlass, auch endlich die wesentlich bedrohlichere Krise mit beherzter Politik anzugehen: die Klimakrise. Die Pläne dafür gibt es und sie wären – mit Kosten von weniger als 1% des globalen BIB – auch leichter finanzierbar als der osteuropäische „Kreditschock“.
Nun also doch. Nachdem man ja erst offiziell gemeint hatte, Österreichs Banken seien gar nicht so sehr betroffen, weil nicht in dem Maß in riskanten Derivatmärkten engagiert, hatte man dann doch – quasi vorbeugend – ein 100-Milliarden-Paket geschnürt. Und nun reicht das offenbar auch nicht mehr. Jetzt muss noch mehr geholfen werden.
Überhaupt ist derzeit Aktionismus angesagt in der Regierung. Kein Tag vergeht, ohne dass irgendeine Maßnahme angekündigt wird. Plan scheint dabei keiner vorhanden zu sein. Die Verschrottungsprämie für Altautos hilft am allerwenigsten der österreichischen Wirtschaft, päppelt aber das Gemüt von Herrenfahrern auf. Und nun soll also österreichisches Steuergeld für den osteuropäischen „Kreditschock“ verwendet werden.
Kein Wort allerdings auch diesmal von irgendwelchen Konsequenzen im bzw. mit System. Ein kurzer Vergleich: Auch Obama hilft „seinen“ US-Banken, kündigt aber zugleich wesentlich strengere Regeln für die Finanzbranche an.
Es ist, als würde diese globale Finanz- und Wirtschaftskrise wie in Zeitlupe an uns vorüberziehen. Keiner redet gern darüber, doch hinter der Hand sagt jeder die nächsten Schritte voraus. Z.B.: Wie lange wird es wohl noch dauern, bis wir den Kreditkartenunternehmen helfen müssen?
Ulrich Krystek, Professor an der FH Worms, befasst sich seit Jahrzehnten mit der Genese und dem Ablauf von Krisen und den Möglichkeiten, ihnen zu begegnen. Vereinfacht dargestellt, teilt er sie in diese vier Phasen:
1. Die potentielle Krise oder den Normalzustand. Hier sollten mögliche Krisenherde identifiziert und langfristige Strategien danach ausgerichtet werden.
2. Die Frühphase, in der erste Auswirkungen sichtbar werden. Geeignete Strategien können den Ausbruch der totalen Krise noch verhindern. In dieser Phase stehen noch viele Handlungsalternativen offen, der Entscheidungsdruck ist noch gering.
3. Die akute Phase, in der bereits die zerstörerische Wirkung der Krise sichtbar wird. Zeit- und Entscheidungsdruck nehmen zu, Handlungsspielräume werden enger. Trotzdem kann noch immer gegengesteuert und die Krise bewältigt werden.
4. In der Finalphase gerät das Geschehen außer Kontrolle, der Zeitdruck wird immer größer, getroffene Maßnahmen verpuffen, die Krise ist kaum noch zu steuern und die Ziele geraten außer Reichweite.
Gemessen an den spürbaren Auswirkungen in der Realität, befinden wir uns an sich nach dieser Kategorisierung in Phase 2. (All jene, die große Verluste an der Börse hinnehmen mussten, mehr noch aber jene, die bereits von Kurzarbeit betroffen sind oder gar ihren Job verloren haben, mögen mir diese Einschätzung verzeihen.) Doch ohne eine klare Perspektive – und die ist in der Regierungspolitik nicht erkennbar – wird es bald enger werden. Dabei wäre die Finanzkrise – würde sie nicht nur als Ausrede für blinden Aktionismus und Klientelpolitik genutzt – ein Anlass, auch endlich die wesentlich bedrohlichere Krise mit beherzter Politik anzugehen: die Klimakrise. Die Pläne dafür gibt es und sie wären – mit Kosten von weniger als 1% des globalen BIB – auch leichter finanzierbar als der osteuropäische „Kreditschock“.
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Dienstag, Dezember 23, 2008
Mein Halbes Leben - Premierenkarten
Am 1.1.2009 hat der Film MEIN HALBES LEBEN Premiere im Filmcasino. Regisseur Marko Doringer bricht zu einer sehr persönlichen Forschungs-Reise auf: Er ist 30, hat nichts erreicht was zählt und soeben den ersten Backenzahn verloren. Was kann jetzt noch kommen, bevor es vorbei ist? Marko besucht alte Freunde und Freundinnen, seine und deren Eltern. Geht es ihnen besser als ihm? Warum ist es so schwer, 30 zu sein? Und warum ist es so schwer, das Glück der anderen zu akzeptieren?
„Mein Halbes Leben“ ist das „herrlich komische“ (Der Tagesspiegel/Berlin) Selbstportrait einer Generation, ein wahrer Entwicklungsroman zu unserer Gegenwart – und zu Markos Zukunft.
Im Anschluss an die Premiere gibt die Band Les Hommes Sauvage, von der die Filmmusik stammt, ein Premierenkonzert im Chelsea.
Ich habe 2 x 2 Karten zu vergeben, für Premiere und Konzert.
Interessierte schicken mir einfach ein Mail an p.droessler(at)chello.at. Am Abend des 29.12. werde ich eine kleine Verlosung unter allen EinsenderInnen machen, die GewinnerInnen auf die Gästeliste setzen und per Mail verständigen.
(Update 29.12., 20h: Danke. Die GewinnerInnen sind verständigt.)
Frohe Weihnachten.
„Mein Halbes Leben“ ist das „herrlich komische“ (Der Tagesspiegel/Berlin) Selbstportrait einer Generation, ein wahrer Entwicklungsroman zu unserer Gegenwart – und zu Markos Zukunft.
Im Anschluss an die Premiere gibt die Band Les Hommes Sauvage, von der die Filmmusik stammt, ein Premierenkonzert im Chelsea.
Ich habe 2 x 2 Karten zu vergeben, für Premiere und Konzert.
Interessierte schicken mir einfach ein Mail an p.droessler(at)chello.at. Am Abend des 29.12. werde ich eine kleine Verlosung unter allen EinsenderInnen machen, die GewinnerInnen auf die Gästeliste setzen und per Mail verständigen.
(Update 29.12., 20h: Danke. Die GewinnerInnen sind verständigt.)
Frohe Weihnachten.
Mittwoch, Dezember 10, 2008
Story of Stuff

Die Free Range Studios sind schon länger weltweit bekannt für origielle und unterhaltsame Vermittlung ökologischer Inhalte. Klassiker des Unternehmens sind z. B. Storewars, eine Bio-Food-Persiflage des Science-Fiction-Klassikers oder The Meatrix.
Nun ist der viel beachtete Film der Kreativschmiede zum Thema Stoffkreislauf und Recycling, The Story of Stuff, auch mit deutschen (sowie wahlweise auch arabischen, niederländischen, französischen, hebräischen, chinesischen - mandarin, portugiesischen, spanischen und thailändischen) Untertiteln erschienen.
Im Detail wohl an manchen Stellen etwas "amerikanisch" doch auf alle Fälle Wert, sich 20 Minuten Zeit zu nehmen und den Film anzusehen. Denn: Ja, wir alle wissen es - aber es verdrängt sich so leicht im Alltag.
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Dienstag, Dezember 09, 2008
10.12.08: 60 Jahre Menschenrechte
Morgen jährt sich zum 60. Mal die Erklärung der Menschenrechte. Ein Grund, sich wieder einmal damit zu befassen, wie auch dieses Video zeigt.
Leider lässt sich das Video nicht einbetten, daher ein Link:
Was sind Menschenrechte?
Leider lässt sich das Video nicht einbetten, daher ein Link:
Was sind Menschenrechte?
Mittwoch, Dezember 03, 2008
Freie Medien am 9.12.
Pluralität und medienkulturelle Vielfalt sind am 9.12. Thema beim 1. Tag der Freien Medien im Fluc. Mit Infoständen, Präsentationen und Filmbeiträgen wenden sich Medien wie The GAP, Okto, Skug, fm5 und viele andere an die Öffentlichkeit, um ihre Anliegen zu präsentieren.
Geprägt ist die freie Medienszene von ehrenamtlichen Engagement bis hin zur Selbstaufgabe. Medienförderung gibt es wenig bis gar keine. "Österreichs freie Medien sind unabhängig, gesellschaftlich relevant, arbeiten höchst professionell
und vor allem politisch unabhängig", so der Präsident des Österreichischen Medienverbandes, Martin Aschauer.
Tag der Freien Medien
Fluc (Wanne), Praterstern 5, 1020 Wien
9.12.2008, ab 15:00
16:00 Uhr: Eröffnung der Veranstaltung durch Martin Aschauer. Im Anschluss: Medienforum/Medienmesse: Medienvielfalt erleben. Infostände der Freien Medien Wiens. Time to Network.
18:00 Uhr: Freie Medien on stage: Ausgewählte Medien präsentieren ihre Arbeit und ihre Schwerpunkte am Podium. (ca. 10 Minuten pro Medium inkl. Q & A)
19:30 Uhr: Podiumsdiskussion zur Schieflage Freier Medien in Österreich - Aufgabe und Stellenwert der Freien Medien in Wien. Moderation: Karin Resetarits
21:30 Uhr: Konzert für Freie Medien
Petsch Moser unplugged, weitere Bands angefragt
DJ Line up- hosted by Resident:
Makeedo (funk), Se.Vero (dubstep), Intoxicated (breaks), fry (drum 'n' bass)
Eintritt: Freie Spende
Labels:
Kulturtipps,
Projekte mit Zukunft
Sonntag, November 30, 2008
This Human World - Filmfest

Am Dienstag, den 2.12. eröffnet This Human World, das erste internationale Filmfestival für Menschenrechte in Österreich. Als Eröffnungsfilm läuft um 19.30h im Filmcasino der tschechische Film Občan Havel (Der Bürger Havel) von Pavel Koutecky und Miroslav Janek.
Im Anschluss diskutieren am Podium:
Igor Blaževič (Leiter des One World Festivals, Prag),
Manfred Nowak (Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte),
Jiří Gruša (Direktor der Diplomatischen Akademie),
Martin Krafl (ehemaliger Pressesprecher von Václav Havel)
und der Filmemacher Miroslav Janek.
Im weiteren Verlauf bietet das Festival bis zum 10.12. einen Querschnitt preisgekrönter bzw. aktueller Menschenrechts-Filme der internationalen Festivalszene sowie österreichischer Filme zum Thema. Die Filme werden im Schikaneder, Topkino und im Filmcasino präsentiert.
Mittwoch, November 19, 2008
Domino-Effekt (wörtlich und bildlich)
Zur Abwechslung wieder mal eine schöne Geschichte aus der Welt der Werbung.
Guiness hat Meisterschaft im Domino-Effekt entwickelt. Guinnes Tipping war eine interaktive Kampagne, die Furore machte und weite Kreise zog. Auch wenn die Kampagne nun schon gut abgelagert ist (wie ein gutes Guinness) möchte ich sie doch hier herzeigen. Die Kampagnenbeschreibung beim Link oben, hier der dazugehörige Spot:
Der Dominoeffekt ging jedoch noch weiter, denn inzwischen hat die Kampagne Nachahmer gefunden. Der Schmäh funktioniert auch für Pot Noodles:
Böser Ideen-Diebstahl? Nun ja: Ganz neu war ja auch die Idee bei Guinness nicht, denn man erinnert sich noch gut an den Spot von Honda, der 2004 bei internationalen Werbefestivals einen Preis nach dem anderen abgeräumt hat.
Zum Abschluss noch eine Parodie des Honda-Spots, für 118 118:
Dominoeffekte also wohin man blickt. Geschadet hat es wohl letztlich niemandem.
Guiness hat Meisterschaft im Domino-Effekt entwickelt. Guinnes Tipping war eine interaktive Kampagne, die Furore machte und weite Kreise zog. Auch wenn die Kampagne nun schon gut abgelagert ist (wie ein gutes Guinness) möchte ich sie doch hier herzeigen. Die Kampagnenbeschreibung beim Link oben, hier der dazugehörige Spot:
Der Dominoeffekt ging jedoch noch weiter, denn inzwischen hat die Kampagne Nachahmer gefunden. Der Schmäh funktioniert auch für Pot Noodles:
Böser Ideen-Diebstahl? Nun ja: Ganz neu war ja auch die Idee bei Guinness nicht, denn man erinnert sich noch gut an den Spot von Honda, der 2004 bei internationalen Werbefestivals einen Preis nach dem anderen abgeräumt hat.
Zum Abschluss noch eine Parodie des Honda-Spots, für 118 118:
Dominoeffekte also wohin man blickt. Geschadet hat es wohl letztlich niemandem.
Zukunft der Weltwirtschaft

Mit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte schlittert auch die Realwirtschaft in die Krise. Kann man die angeblich schuldigen Investmentbanker alleine verantwortlich machen, oder sind wir alle die "Mittäter" eines außer Kontrolle geratenen Systems? Gehen wir nach kurzer Panik wieder zur Tagesordnung über, oder besteht die Chance, eine neue Weltfinanzordnung zu entwickeln? Kann und wird die Politik die Märkte zügeln, oder wird aus dem Ende mit Schrecken ein Schrecken ohne Ende?
Am kommenden Freitag veranstaltet die Grüne Wirtschaft einen Gesprächsabend, zu dem wir sehr herzlich einladen:
"Game over! – Die Zukunft der Weltwirtschaft nach dem Crash"
Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, im Gespräch mit:
Dr. Kurt Bayer
Board Director der European Bank for Reconstruction and Development, London
(Ehem. Exekutivdirektor der Weltbank, Washington)
Dr. Rudolf Scholten
Mitglied des Vorstandes der Oesterreichischen Kontrollbank AG, Wien
(Ehem. Bundesminister für Unterricht, Wissenschaft und Kunst)
Zeit: Freitag, 21. November 2008, 19.30 Uhr
(Get together ab 18.00 Uhr, nach der Veranstaltung: Buffet und Getränke)
Ort: NH, Danube City Hotel, Wagramer Straße 21, 1220 Wien
(Neben U1-Station "Kaisermühlen – Vienna International Center")
Anmeldung unter: office@gruenewirtschaft.at
Bobos
Die Präsentation des Buches Boboville von Andrea Dusl in der meiner Lieblingsbuchhandlung bei Anna Jeller habe ich leider verpasst, die Lektüre muss ich nun rasch nachholen. (Anna, du kannst das gleich als Bestellung nehmen.)
Jetzt bin ich auf eben auf ein dazu passendes Musikvideo gestoßen. Das will ich den BesucherInnen meines Blogs nicht vorenthalten. Dazu passend auch noch King Negrito auf "Voice of a City - Paris".
Jetzt bin ich auf eben auf ein dazu passendes Musikvideo gestoßen. Das will ich den BesucherInnen meines Blogs nicht vorenthalten. Dazu passend auch noch King Negrito auf "Voice of a City - Paris".
Mittwoch, November 12, 2008
Ithuba
Christoph Chorherr ist einer jener Politiker, die sich nicht nur mit Worten, sondern konkreten Taten engagieren. Eines seiner vielen Projekte ist das Ithuba Skills College in Südafrika. Gemeinsam mit StudentInnen aus Österreich und Deutschland hat CC eine Schule errichtet. Nun hab ich auf seinem Blog einen Videobericht über das Projekt gefunden. Sieben Minuten die zeigen, wie viel Sinn es macht, sich zu engagieren.
Dienstag, November 11, 2008
Arbeitslose UnternehmerInnen

Ab 1.1.2009 tritt ein neues Modell für Arbeitslosenversicherung für Selbständige in Kraft. Damit wird eine langjährige Forderung der Grünen Wirtschaft teilweise erfüllt - wenn auch unzureichend und ohne die Probleme zu lösen.
In einer Einladung der Bezirksstelle Wien-Floridsdorf der Wirtschaftskammer Wien zeigt sich nun unfreiwillig die halbherzige Einstellung der Wirtschaftskammer zu diesem Thema: Einerseits sieht man schön langsam ein, dass auch Scheitern und Mißerfolg zum UnternehmerInnen-Dasein gehören und unter den eigenen Mitgliedern Arbeitslosigkeit sehr wohl ein Thema ist. Man hat erkannt, dass man was tun muss. Aber eine selbstverständlich-entspannte Haltung wurde noch nicht entwickelt.
Ich überlege, wie ich das Bild interpretieren soll:
Ist da jemand dargestellt, der sich anpirscht und nach Geld greift, das ihm eigentlich nicht zusteht? Oder ist die arme Person schon so schwach (nach langer Zeit ohne Einkommen), dass sie nicht mehr stehen und zum rettenden Geld nur noch kriechen kann?
So oder so - die paar Cent, die auf dem Tisch liegen, werden ohnehin niemandem helfen.
Filmtipp: In die Welt

Heute in einer Woche hat In die Welt Premiere im Wiener Filmcasino. Der Dokumentarfilm zum Thema Geburt von Constantin Wulff lief bereits erfolgreich bei der VIENNALE und erhielt nun bei der Duisburger Filmwoche den 3Sat-Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm 2008.
IN DIE WELT ist das bewegende Portrait einer Geburtsklinik in Wien. Gedreht in der Semmelweis-Klinik gibt der Dokumentarfilm einen faszinierenden Einblick in das Drama, den Schmerz und die Schönheit des In-die-Welt-Kommens.
In ihrer ganzen Intensität und Unterschiedlichkeit wird das alltägliche Wunder der Geburt mit den Mitteln des Direct Cinema gezeigt und verbunden mit dem Zyklus der begleitenden Abläufe im Krankenhaus. Eine Chronik vom Beginn des Lebens – und dessen Organisation.
IN DIE WELT ist ab 21.11.08 österreichweit in folgenden Kinos zu sehen:
Wien: Filmcasino und Village Cinemas 3, in Graz: KIZ, in St.Pölten: Cinema Paradiso sowie in Linz: Moviemento.
Ab 28.11.08 auch in Klagenfurt: Volkskino
Ab 29.11.08 in Innsbruck: Leokino
Ab 5.12.08 in Salzburg: Das Kino
Freitag, Oktober 31, 2008
Rapper
Just cool. :-)
Client: Holiday Inn Express
Title: Rapper
Agency: Fallon, Minneapolis
Production Company: Go Films, New York
Director: Simon McQuoid
Client: Holiday Inn Express
Title: Rapper
Agency: Fallon, Minneapolis
Production Company: Go Films, New York
Director: Simon McQuoid
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