Dienstag, September 02, 2008

Medien Messe Migration


Es tut gut, wenn in Sachen „Ausländer“ auch mal positives zu berichten ist. Während vermeintlich staatstragende Parteien Ressentiments schüren (statt für interkulturelle Kompetenz zu werben) und die FPÖ drohend von „unseren Leut’“ spricht (und sich implizit die Interpretionshoheit zuschreibt, zu entscheiden wer dazugehört) gibt es in letzter Zeit immer mehr Projekte, in denen sich MigrantInnen selbst zu Wort melden. Sie wollen es nicht mehr den herkömmlichen Medien allein überlassen, über für sie wichtige Themen zu berichten. Am 11. Und 12. September findet nun im Alten AKH in Wien erstmals die Medien Messe Migration statt, die sich zum Ziel gesetzt hat, Medieninitiativen, ethnische PR sowie Marketingagenturen aus diesem Bereich vorzustellen und ihre Produkte bekannt zu machen.
Beinahe jedes fünfte Unternehmen in Wien ist laut einer Studie („Ethnische Ökonomien – Bestand und Chancen für Wien“ von L&R Social Research) der sogenannten „ethnischen Ökonomie“ zuzuordnen, d.h. dass (bei Kapitalgesellschaften) eine nennenswerte internationale Verflechtung vorhanden ist bzw. dass (bei Einzelunternehmen) der/die GründerIn (zum Zeitpunkt der Gründung) Nicht-ÖsterreicherIn war. Rechnet man österreichische UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund dazu, steigt der Anteil sogar auf 30 Prozent.
Höchste Zeit also, endlich auch einmal die Rolle von MigrantInnen als ArbeitgeberInnen, SteuerzahlerInnen und UnternehmerInnen zu thematisieren. Eines von mehreren Themen bei dieser Konferenzmesse.

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